zurück zur Übersicht 2009-03-16| AT Consult Newsletter! China als Chance in der Globalen Wirtschaftskrise Stefan Kracht, Executive Director of Fiducia Aufgrund der Exportabhängigkeit bleibt auch die chinesische Wirtschaft von der globalen Wirtschaftskrise nicht unberührt. Dennoch befindet sich China in einer besseren Lage die Krise zu bekämpfen als andere Länder und bietet sogar aktuell Chancen für ausländische Unternehmen. Als Folge von sinkender Exportnachfrage und einem signifikanten Rückgang ausländischer Direktinvestitionen sank 2008 das Wachstum von Chinas Bruttoinlandsprodukt auf neun Prozent. Allerdings erwartet die Mehrheit der Wirtschaftsfachleute, dass die chinesische Wirtschaft dennoch weiterhin kontinuierlich wachsen wird und zwar mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 6 % bis 7 % im ersten Halbjahr 2009. Untermauert werden diese Annahmen vom PMI (Purchasing Managers Index, einem Maß für Produktionsaktivitäten) und dem Baltic Dry Index (einem Index für Verschiffungsraten), wie auch von den chinesischen Aktienmärkten, welche sich momentan wieder erholen. Ein wichtiger Grund dafür, dass sich Chinas Wirtschaft signifikant schneller erholen wird, ist Chinas gewaltige Menge an finanziellen Reserven. Diese dienen der chinesischen Regierung als starker Hebel, um Arbeitsplätze zu schaffen und das Wirtschaftwachstum anzukurbeln. Die Größe Chinas, verbunden mit regional unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Wirtschaft werden außerdem eine Nachfrage schaffen, welche groß genug ist, um den Einbruch bei den Exporten zu begegnen. Ein Ende 2008 geschnürtes Konjunkturpaket konzentriert sich auf Kernbranchen wie Infrastruktur, Bau, Energie, Automobil und Stahl, wobei eine starke Gewichtung auf weniger entwickelten Regionen liegt. Als Beispiele können Subventionen für Autos und Landwirtschaftsgeräte in ländlichen Gebieten oder die enorme Anzahl an Bauprojekten, welche vor allem in Westchina gestartet wurden, angeführt werden. Hier bieten sich auch momentan die besten Chancen für ausländische Unternehmen. Während die Subventionen selbst nur chinesische Unternehmen unterstützen sollen, bieten sich für ausländische Unternehmen durch Kooperationen mit chinesischen Unternehmen oder Zulieferungen an chinesische Unternehmen entsprechende Möglichkeiten. In manchen Fällen führt die staatliche Unterstützung sogar dazu, dass sie chinesischen Unternehmen selbst zu Finanzierungsquellen werdendie Internationaliserung ermöglichen, wie im Fall der Rio Tinto Investition durch Chinalco oder der auf Gerüchten basierenden Übernahme von Volvo durch Geely oder Dongfeng. Zur selben Zeit führt der Umbruch, in dem sich viele Industrien momentan befinden, zu einer großen Anzahl an Unternehmen, welche finanzielle Schwierigkeiten aufweisen. Diese könnten sich als attraktive Übernahmeziele entpuppen. Anderenfalls könnten ausländische Unternehmen versuchen, diese durch Expansion auf den Massenmarkt aus dem Markt zu verdrängen. Siemens kündigte beispielsweise kürzlich eine neue Schwerpunktsetzung auf Niedrigpreisprodukte an, die speziell auf Entwicklungsmärkte wie China abzielen. Schlussendlich bietet China immer noch Kostensparpotential in seinen weniger entwickelten Regionen. Städte wie Chengdu in Westchina bieten ein viel niedrigeres Produktionskostenniveau als Städte an der Ostküste, das Unternehmen wie VW oder Intel dazu anregte, manche ihrer Produktionsstätten in den Westen zu verlegen. Während die Auswirkungen der Krise auch in China spürbar sein werden, werden sie dennoch nicht so schlimm sein wie in anderen Teilen der Welt. Deshalb sollte China in den Strategien internationaler Unternehmen zur Bewältigung der Krise eine entscheidende Rolle spielen. Wenn Sie der Markt China interessiert, emailen Sie uns bitte oder besuchen Sie doch den Workshop „Geht der Drache in die Knie“ unseres Partners aus China beim 4. Grazer Managementforum am 14. Mai 2009. |

